RG Nathalie von Gumpert macht Methanol zu Strom

RG Nathalie. Quelle:
Gumpert Aiways Automobile GmbH

Alkohol bringt Nathalie auf Touren. Alle sprechen bei schnellen Elektroautos über den Tesla oder den Porsche Tycan, der noch im laufenden Jahr 2019 auf den Markt kommen soll. Sie müssen an die Steckdose, wenn die Batterien leer sind. Der Sportzweisitzer RG Nathalie ist eine Entwicklung der Gumpert Aiways Automobile GmbH mit Sitz in Ingolstadt und tankt statt Strom ein Gemisch aus Alkohol und Wasser in den 55 Liter-Tank. Korrekt heißt der flüssige Stoff Methanol (CH3OH), der an Bord des Allradfahrzeugs mit einer Brennstoffzelle in Strom umgewandelt wird.


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Gumpert Aiways Automobile GmbH

Mit dieser Energiequelle und einer Leistung bis zu 600 Kilowattstunden sollen Geschwindigkeiten über 300 Stundenkilometer möglich sein. Die Beschleunigung liegt laut Herstellerangaben unter 2,5 Sekunden. Bei gemäßigter Fahrweise (80 Stundenkilometer) soll eine Reichweite bis zu 850 Kilometern möglich sein. Da die Brennstoffzelle permanent Strom nachliefert und die Tankzeiten kurz sind, sollen größere Reichweiten auch bei höheren Geschwindigkeiten möglich sein. So stehe immer „genug Energie um das Fahrzeug während der Fahrt mit seiner Basisenergie zu versorgen“, heißt es vom Entwickler. Eine Notlauffunktion bringt den Wagen bei leerer Batterie immer noch 50 Kilometer weit.


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Gumpert Aiways Automobile GmbH

Üblicherweise wird die Brennstoffzelle zum Antrieb eines Fahrzeugs mit dem leicht entzündlichen Wasserstoff versorgt. Methanol, sagt Entwickler Roland Gumpert, sei weniger gefährlich. Während Wasserstoff ein eigenes Betankungsnetz benötigt, könne das Methanolgemisch im Tank einer üblichen Tankstellenzapfstelle gelagert werden. So könne der Wagen in drei Minuten wieder befüllt werden. Gumpert setzt auf „grünes Methanol“. Es ist synthetisiert.

Das Prinzip: Grünes Methanol bindet das in der Luft enthaltene CO2 und gibt es bei der späteren Energieabgabe wieder an die Luft ab. Es sei „somit der perfekte Energieträger für eine saubere und neutrale mobile Energiequelle“. Als Reaktionsprodukte entstehen Wasser und CO2. Der Anteil an Stickoxiden sei jedoch vernachlässigenswert, so Gumpert.


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Gumpert Aiways Automobile GmbH

Der Zweisitzer ist 4,3 Meter lang, 2,1 Meter breit (vom Spiegel zu Spiegel) und 1,3 Meter hoch. Der Radstand liegt bei 2,5 Metern. Das relativ geringe Gewicht von 1600 Kilogramm liegt am Karbon, aus dem das Chassis hergestellt ist. Die Batterie ist schon fast eine halbe Tonne schwer. Der Kaufpreis liegt laut einem Medienbericht bei einer halben Million Euro. „Das Platin in der Membran der Brennstoffzelle ist unglaublich teuer“, wird Gumpert zitiert.

Die Vision von ihm ist, ein Auto ohne Abgase auf die Straße zu bringen. „So lange wir unser Methanol an Bord haben, bleibt das Auto nicht stehen.“ Gumpert zeigt sich überzeugt, „dass alle anderen Hersteller auf dieses Prinzip aufspringen müssen. Das ist in meinen Augen momentan die einzige Version, wie man in der Zukunft Autos abgasfrei fahren kann.“

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