Mercedes-Benz GLC F-Cell im Fahrtest

Quelle: mercedes-benz.de

Wenn es nach Mercedes geht,  dann hebt das neue SUV – der GLC F-Cell – Wasserstoff-Brennstoffzellenautos auf ein neues Niveau.

Autos mit Wasserstoff-Brennstoffzelle rücken mehr und mehr in den Focus von Automobilherstellern, die die Beschränkungen aufgrund der begrenzten Reichweite und der langen Ladezeiten von batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen überwinden wollen.

Trotz der zunehmenden Bemühungen um die Entwicklung einer globalen Infrastruktur für die Kraftstoffversorgung sind die Brennstoffzellenfahrzeuge jedoch nach wie vor ein seltener Anblick auf unseren Straßen. Das hat eine wachsende Zahl von Herstellern nicht davon abgehalten, große Mengen an Geld in die Entwicklung der Brennstoffzellentechnologie zu stecken mit Reichweiten, wie bei herkömmlichen Benzinmotoren.

Der Mercedes-Benz GLC F-Cell das macht Ihn so besonders!

Der fortschrittliche neue SUV, der auf dem regulären GLC basiert, ist das Ergebnis eines 1994 von Mercedes gestarteten Entwicklungsprojekts. Er ist nur in ausgewählten Ländern im Rahmen eines Kundenmietsystems verfügbar und folgt der B-Klasse F-Cell, von der etwa 200 Exemplare gebaut wurden.

Mercedes stellt die These auf, der GLC F-Cell bringt Wasserstoff-Brennstoffzellenautos auf ein ganz neues Niveau und übertrifft damit den Toyota Mirai. Die Geheimwaffe des GLC F-Cell ist ein Brennstoffzellen-Stack, der leichter und kompakter ist, als das Brennstoffzellen-Stack seines Vorgängers, 40% mehr Leistung bietet und 90% weniger Platin verbraucht.

Quelle: mercedes-benz.de

Die Brennstoffzellen-Einheit sitzt auf den gleichen Motorlagern wie herkömmliche Benzin- und Dieseleinmotoren im neuen Mercedes-SUV. Es erzeugt Strom aus einer Mischung aus Wasserstoff und Sauerstoff, die eine Batterie mit Strom versorgt, um den Elektromotor zu betreiben, der in der Hinterachse montiert ist, der dann die Hinterräder antreibt.

Von außen sind die einzigen Anzeichen für die fortschrittliche Antriebstechnologie des Fahrzeugs einige blaue Highlights im Kühlergrill und auf den Schwellern sowie maßgefertigte Räder und F-Cell-Abzeichen am Heck.

Der neu entwickelte Brennstoffzellen-Stack wird von zwei Kohlenstofffaser-Wasserstofftanks versorgt, einen im Mitteltunnel und den anderen unterhalb des Rücksitzes, die jeweils unter einem Druck von 700 bar stehen. Dies ermöglicht eine Tank Zeit von weniger als drei Minuten, ähnlich wie bei Benzin- und Dieselfahrzeugen. Die 4,4 kg Wasserstoff an Bord sollen laut Mercedes eine Brennstoffzellen-Reichweite von bis zu 430 km im NEFZ ermöglichen. Die Betankungszeit mit Wasserstoff beträgt drei Minuten.

In einem intelligenten Setup, entsprechend dem Mercedes Plug-in-Hybrid GLC 350e, hat Mercedes die Brennstoffzelle mit einer 13,8 kW/h Lithium-Ionen-Batterie im Boden des Kofferraums kombiniert. Der GLC F-Cell kann über eine im hinteren Stoßfänger angebrachte Steckdose an das Stromnetz angeschlossen werden, um die Reichweite um 48 km zu erhöhen, wodurch sich eine potenzielle Reichweite von mehr als 480 km ergibt.

Der Elektromotor ist derselbe wie der, für den kommenden EQC – das erste Batterie-Elektrofahrzeug von Mercedes. Mit 200 PS und 350 NM Drehmoment beschleunigt der GLC F-Cell von 0 bis 100 km pro Stunde in weniger als sechs Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist ab geregelt bei 160 km pro Stunde.

Der GLC F-CELL wird ausschließlich mit Hinterradantrieb angeboten, um die Komplexität und das Gewicht zu reduzieren. Zusammen mit den Lithium-Ionen-Akkus und der damit verbundenen Leistungselektronik bringt der GLC F-Cell aber stolze 2130 kg auf die Waage.

Der Fahrzeug-Test – so fährt sich der GLC F-Cell!

Der GLC F-Cell bietet vier Betriebsmodi. Der Modus Hybrid kombiniert den Strom der Brennstoffzelle mit dem der Lithium-Ionen-Batterie. Leistungsspitzen werden von der Batterie abgedeckt und die Brennstoffzelle arbeitet dabei im optimalen Wirkungsgradbereich. Im F-Cell Modus erfolgt der Antrieb fast ausschließlich mit Wasserstoff, der Ladezustand der Batterie wird dabei durch die Energie die die Brennstoffzelle erzeugt konstant gehalten. Im Battery Modus fährt der Mercedes F-Cell rein batterie-elektrisch und die Brennstoffzelle ist inaktiv. Im Modus Charge hat das Laden der Lithium-Ionen-Batterie Priorität.

Obwohl die Technologie komplex klingt, scheint der GLC F-Cell wie jedes andere moderne Elektrofahrzeug zu funktionieren. Das großzügige Drehmoment des Elektromotors sorgt beim Anfahren für starke Leistung mit schneller und geräuschloser Beschleunigung. Der GLC F-Cell läuft sehr fein, raffiniert und flüsterleise. Die Stromversorgung ist nahtlos, auch wenn der Fahrer die Fahrmodi durchschaltet. Er fährt sich bemerkenswert angenehm und vibrationsfrei, ganz anders als bei früheren Brennstoffzellenfahrzeugen Tests, einschließlich des Toyota Mirai. Im Toyota spürt man deutlich die Vibration der Pumpe, die die Brennstoffzelle mit Wasserstoff versorgt.

Das Fahrwerk wurde auf das hohe Fahrzeuggewicht abgestimmt. Es bietet auf glatten Oberflächen auch bei höheren Geschwindigkeiten einen sehr guten Komfort, allerdings fährt er sich etwas unruhig, bei niedrigeren Geschwindigkeiten über Kanaldeckelabdeckungen und dergleichen. In dieser Hinsicht fühlt es sich an wie der Plug-In-Hybrid GLC 350e.

Mercedes-Benz GLC F-Cell im Innenraum

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Eine Reihe subtiler Änderungen im Innenraum signalisieren dies ist alles andere als ein herkömmliches GLC-Modell, da sind zum Beispiel die digitalen Instrumente, die die Wasserstoffmenge in den beiden Tanks und die Ladung der Lithium-Ionen-Batterie anzeigen oder das Energiefluss-Display innerhalb des Infotainment-Monitors mit dem sich die jeweiligen Stromquellen überwachen lassen.

Praktisch gesehen kann der F-Cell mit seinen Geschwistern mit Benzin- und Dieselmotoren nicht ganz mithalten. Durch die Lagerung des hinteren Wasserstofftanks wurde die Rücksitzhöhe um 40 mm erhöht, wodurch sich die Kopffreiheit reduziert. Auch die Montage der Lithium-Ionen-Batterie im Boden des Kofferraums, wie die des GLC 350e, reduziert die Kapazität des Gepäckraums. Trotzdem gibt es mehr als genug Platz für den täglichen Gebrauch.

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Abgesehen von dem Kompromiss den man mit dem kleineren Kofferraum eingehen muss, ist der GLC F-Cell gut durchdacht und kombiniert die emissionsfreien Eigenschaften eines batterieelektrischen Fahrzeugs mit der potenziellen Reichweite eines Benzinfahrzeugs. Es ist nur schade, dass die Technologie hinter ihrem Antriebsstrang schneller fortgeschritten ist als die Infrastruktur, die erforderlich ist, um eine wirklich praktikable Option zu werden. Solange Wasserstofftankstellen selten sind, gilt dies auch für das Absatzpotenzial.

GLC F-Cell Betankung mit Wasserstoff
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Um das Tankstellennetz auszubauen haben sich die Unternehmen Linde, Daimler, Shell, OMV, TOTAL und Air Liquide in der H2 MOBILITY h2.live zusammengeschlossen. Ziel ist es bis 2019 den Betrieb von 100 Wasserstoff-Stationen in großen deutschen Ballungsgebieten und entlang der Autobahnen zu ermöglichen. Mit Zunahme der Fahrzeugs Zulassungen von Brennstoffzellenfahrzeugen sollen weitere 300 Tankstellen dazukommen.

Technische Daten des GLC F-Cell

CO2-Emission: 0 g/km
H2-Reichweite im Hybrid-Modus (NEFZ): 430 km
Batterieelektrische Reichweite im Battery-Modus (NEFZ): 50 km
Gesamtreichweite (ca): 480 km
Motor: Elektromotor
Batterie: Lithium-Ionen
Brennstoffzelle: Polymerelektrolytbrennstoffzelle (PEM)
Nennleistung: 147 kW (200 PS)
Max. Drehmoment: 350 NmGesamtgewicht: 2130 kg
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h (abgeregelt)
Kapazität Tankfüllung H2: 4,4 kg
Batteriekapazität brutto / netto: 13,8 kWh / 9,3 kWh
Länge: 4671 mm
Breite: 2096 mm
Höhe: 1653 mm

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